Mein Systemisches Arbeiten
Systemisches Arbeiten heißt für mich kreatives Arbeiten. Wir werden gemeinsam auf den Anlass der Therapie schauen und auf die Anliegen die Sie mitbringen sowie darauf, was sie sich von mir erhoffen. Dies kann sich im Laufe des Prozesses stetig ändern und jederzeit angepasst werden.
Dabei gehe ich davon aus, dass sie bereits alles mitbringen, das es braucht, um für die aktuelle Situation eine Lösung zu finden, dass es jedoch einen Raum braucht, um sich diesen zu nähern, neue Ideen zu schaffen und ehrenwerte Hindernisse zu lösen.
Der Prozess soll nicht nur dazu dienen, Ursachen zu verstehen sondern vor allem ressourcenorientiert zu schauen, was wieder nutzbar gemacht werden kann, um im hier und jetzt Lösungen zu finden. Wir werden also immer wieder den Blick erweitern und auf das große Ganze schauen und dann wieder eine Fokussierung auf die Handlungsräume im hier und jetzt kreieren.
Beim Blick auf das große Ganze ist es oft hilfreich Settings wie das Paar- oder Mehrpersonensetting zu nutzen. Denn Symptome werden von mir eher als ein Beziehungsphänomen betrachtet und nicht als ein Individuelles Problem oder Defizit.
Nicht immer ist es möglich, das eigene System direkt mit einzubeziehen. Dies kann jedoch auch über andere Methoden erlebbar gemacht werden und zu Entlastungen und Veränderungsmöglichkeiten führen.
Generell umfasst die Systemische Therapie einen großen Pool an Methoden und Denkansätzen, die ein sehr individuelles Arbeiten ermöglichen. Ich persönlich arbeite mit Imaginationen, Anteilearbeit, Stuhlarbeiten, Visualisierungen, Aufstellungen und vielem mehr.
Settings
Im systemischen macht es Sinn, das Setting jederzeit flexibel auf die aktuellen Themen und Handlungsräume anzupassen.
Einzelsetting
Das Einzelsetting dient oft erst einmal dazu sich gemeinsam einen Überblick über den Anlass der Therapie sowie die Anliegen u zu verschaffen. Gemeinsam kann der Bedarf eingeschätzt werden und Ziele vereinbart werden. Ein Verbleiben im Einzelsetting ist dann sinnvoll, wenn das eigene Verständnis für den eigenen Körper, Verhaltensmuster und Empfindungen gestärkt werden soll. Das Einzelsetting bietet einen geschützten Rahmen sich selbst zu erkunden und gemeinsam zu reflektieren.
Paarsetting
Partnerschaften sind häufig die im Alltag am relevantesten Beziehungen und über die Jahre entstehen immer wieder Herausforderungen. Häufig führen große Veränderungen wie die Geburt eines Kindes, das Erleben einer schweren Erkrankung oder der Eintritt in die Rente zu einer Veränderung der Paardynamik. Immer wieder müssen gemeinsam der Alltag, die Zukunft und die Vergangenheit verhandelt werden. Oft eröffnet ein Kontextwechsel und eine Außenperspektive die Möglichkeit festgefahrene Muster zu unterbrechen und wieder miteinander in einen offenen Austausch zu kommen.
Mehrpersonensetting
Nicht nur Partnerschaften sind häufig Inhalt einer Therapie, sondern Systeme ganz unterschiedlicher Natur. Auslöser für Leidensdruck können auch Familiensysteme, Freundeskreise oder berufliche Kontexte sein. Gleichzeitig können diese auch Ressourcen im Therapieprozess sein, indem sie als Hilfssysteme aktiviert werden können, ein Quell für Informationen sind und eine Außenperspektive liefern. Oft bietet das Mehrpersonensetting die Möglichkeit Dynamiken, die als leidvoll erlebt werden in ihrer Ganzheit zu betrachten. So können Erleben, Gedanken und Motive eines jeden aufgezeigt werden und Grenzen und Bedürfnisse neu verhandelt werden.
Theoretischer Hintergrund
Die systemische Therapie entwickelte sich aus der in den 1950er Jahren gelebten Familientherapie. Aus der ursprünglichen Idee Familien durch gezielte Interventionen beeinflussen zu können, entwickelte sich die Einsicht, dass Systeme nicht direkt steuerbar sind. Daraus entstand eine Haltung, in welcher die Therapeutin aus ihrer Expertenrolle in eine fragende und neutrale Haltung zurücktritt. Damit bleibt der Therapeutin die Möglichkeit die Selbstorganisation des Systems durch Anregung von Neuordnung anzustoßen, jedoch nicht lenken zu können.
Dabei werden Symptome als Beziehungsphänomen angesehen und nicht als Defizit eines Einzelnen. Das bedeutet, Symptome werden als Ausdruck oder als Lösungsversuch betrachtet, welches häufig eine unbewusste Funktion zur Aufrechterhaltung des Systemgleichgewichts erfüllt. Im Systemischen Ansatz wird stark Ressourcen- und Lösungsorientiert gearbeitet. Auch wenn Ursachenforschung ein Teil der Therapie sein kann, liegt der Schwerpunkt auf vorhanden Stärken des Systems und der Erarbeitung von Lösungen im Hier und Jetzt.
Bereits 2008 erhielt die systemische Therapie ihre wissenschaftliche Anerkennung, wurde jedoch erst 2028 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen. Seit 2020 ist sie eine offizielle Krankenkassenleistung.
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